OLAFUR MOWA

OLAFUR MOWA kennen Insider:innen als den Sänger und MC der Band GiGi Blow. Nun hat er sich dazu entschlossen, sein erstes Solo-Album zu veröffentlichen. Es wird im September auf dem Berliner Indielabel Staatsakt erscheinen. Musikalisch bewegt er sich irgendwo zwischen Indie-Alternativ und Electronic Pop. Wir hören Dubstep-Bässe und Johnny Marr-Gitarren! Und einen jungen Sänger der uns eher an Hackney-Wick als an Neu-Kölln denken lässt.

Die erste Single „Talk Shit Get High feat. Donkey Kid“ jedenfalls reflektiert eine verrauschte Identitäts-Suche zwischen Größenwahn und Stumpfsinn. Hier wird der Teufel im wahrsten Sinne an die Wand gemalt, wenn er im Chorus singt: „I shared my dreams with banshees on my wall, only fear and delusion in my head, I shared my dreams with banshees on my wall, I bought depression with a view“. Der Song spielt im urbanen Berliner Wasteland zwischen Späti-Bänken, Shisha-Bars und dem Leben in den eigenen gemieteten vier Wänden. Das Video zu „Talk Shit Get High“ bringt endlich die Fototapete wieder zurück ins Game. Als Feature-Gast hören wir Olafurs Freund Donkey Kid singen, mit dem er sein Debüt-Album zusammen aufgenommen und produziert hat.

„Selfie at the beach“ heißt die zweite Single. Die Kultur des Selfies ist in den letzten Jahren etwas aus dem Fokus geraten – bei all den bewegten Reels, Shorts und Stories in den Timelines. Aber klar, die sind meist auch aus der Selfie-Perspektive gedreht. Die Selfies haben quasi laufen gelernt. Wie diese Kameraperspektive unsere Kultur beeinflusst hat, werden Forscher:innen mit etwas Abstand in zwei bis drei Generationen herausfinden. Wir sind halt alle noch mitten im Dreh! So lange singt uns Olafur Mowa sein schönes Song-Drama „Selfie at the beach“.
Ein Lied voller Sehnsüchte und surrealer Verschiebungen, wenn Olafur singt: „I found a selfie on the beach – and my face was in her hand…“. Die Lyrics können auch horror-mäßig gelesen werden. Aber so genau wollen wir es vielleicht auch gar nicht wissen. „I build this house, so it burns well / to take a picture, a song to sell“, heißt es weiter mit Blick auf all die Chronist:innen ihres eigenen Dramas. So geht Pop 2026.
Im Video sehen wir Olafur Mowa mit seiner Live-Band GiGi Blow, die ihn selbstverständlich auch auf Solopfaden begleitet, eine Live-Version performen. Kein Strand in Sicht. Auf dem Cover übrigens auch nicht.

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